Chemie-Altersvorsorge
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Chemie-Altersvorsorge

Entwicklung der Altersvorsorge in der Chemie

Foto: shironosov- iStockphoto.com

In der chemischen Industrie ist betriebliche Altersversorgung nicht nur ein Trend, sondern hat eine lange Tradition. Die Tarifvertragsparteien der chemischen Industrie haben frühzeitig auf die absehbare demografische Entwicklung reagiert: Seit vielen Jahren wird der Aufbau einer zusätzlichen kapitalgedeckten Altersvorsorge kontinuierlich gefördert. Bereits im Jahr 1998 wurde durch Tarifvertrag die Möglichkeit der Entgeltumwandlung geschaffen.

 

Einen weiteren Meilenstein in der Tarifentwicklung bildete die Einführung einer Chemie-Tarifförderung (134,98 Euro zusätzlich zum Entgeltumwandlungsgrundbetrag von 478,57 Euro). Im Jahr 2001 erfolgte der Ausbau der Tarifförderung (13 Euro je umgewandelte 100 Euro über die oben genannten Beträge hinaus); gleichzeitig wurde ein tariflicher Anspruch auf Entgeltumwandlung eingeführt. In konsequenter Weiterführung ihrer Tarifpolitik vereinbarten die Tarifvertragsparteien im Jahr 2004 die vollständige Ersetzung von vermögenswirksamen Leistungen zugunsten eines Entgeltumwandlungsgrundbetrages, der nur für die tarifliche Altersvorsorge zur Verfügung steht. Seit 2010 können die jeweiligen Betriebsparteien einen kontinuierlich mit der Tarifentwicklung steigenden tariflichen Demografiebetrag  (2016: 550 Euro zuzüglich 65 Euro Chemie-Tarifförderung) zusätzlich für die Altersvorsorge verwenden.

 

Damit können im Jahr 2016 insgesamt tarifliche Leistungen von bis zu 1.228,55 Euro jährlich in die betriebliche Altersversorgung eingebracht werden, ohne dass der Arbeitnehmer Einbußen an seinen laufenden Vergütungsansprüchen hinnehmen muss.

 

Ergänzt wurde diese tarifliche Entwicklung durch die Errichtung von Branchen-Versorgungswerken. Damit verfolgen die Sozialpartner das Ziel, Unternehmen, Betriebsräten und Arbeitnehmern angesichts einer unübersehbaren Angebotsvielfalt eine Orientierung zu bieten und attraktive Durchführungswege anzubieten, die eine einfache Umsetzung seitens der Arbeitgeber mit günstigen Gruppenkonditionen für die Arbeitnehmer – unter anderem durch den Verzicht auf sonst übliche Vermittlungsprovisionen und niedrige Kosten – verbinden.

 

Schon 1998 wurde zwischen den Sozialpartnern und einem Versicherungskonsortium unter Führung der Allianz Lebensversicherung der erste Rahmenvertrag (sogenannter Konsortialvertrag, heute Chemie-Verbandsrahmenvertrag) über eine Direktversicherung abgeschlossen. Im Jahr 2002 folgte die Gründung des Chemie-Pensionsfonds, der im April des gleichen Jahres als erster Pensionsfonds in Deutschland seine Geschäftstätigkeit aufnahm.

 

Die Sozialpartner in der chemischen Industrie sind als Pioniere auf dem Gebiet der betrieblichen Altersversorgung bekannt geworden und werden auch in Zukunft ihre soziale Verantwortung wahrnehmen. Das Chemie-Modell will den Arbeitnehmern einen Anstoß zur Eigenvorsorge geben. Jeder einzelne Arbeitnehmer muss jedoch die Notwendigkeit des Tätigwerdens selbst erkennen und die erforderliche Entscheidung zum Aufbau einer betrieblichen Altersversorgung treffen. Die Sozialpartner der Chemie werden sich weiterhin für eine Stärkung der betrieblichen Altersversorgung und für die Verbesserung der gesetzlichen Rahmenbedingungen einsetzen – damit ein sicheres Auskommen im Alter für alle Arbeitnehmer Wirklichkeit wird.