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12.09.2016

Arbeiten und Leben in Balance

Mehr Frauen in Führungspositionen, Teilzeit auch für Spitzenkräfte und alte Rollenbilder aufbrechen: BAVC und IG BCE wollen die Vereinbarkeit von Beruf und Familie weiter verbessern. Die Spitzen der Chemie-Sozialpartner diskutieren dazu heute mit der Politik aktuelle familien- und frauenpolitische Vorhaben vor dem Hintergrund einer veränderten Lebens- und Arbeitswelt. Zudem blicken die Chemie-Sozialpartner auf zehn erfolgreiche Jahre Sozialpartner-Vereinbarung „Für eine chancengleiche und familienbewusste Personalpolitik“ zurück.

Neue Sozialpartner-Vereinbarung unterzeichnet (v.l.n.r.): Robert Stiller, Hauptgeschäftsfüher BAVC, Margret Suckale, Präsidentin des BAVC, Michael Vassiliadis, Vorsitzender der IG BCE, Elke Ferner, Staatssekretärin aus dem Familienministerium und Edeltraud Glänzer, stellvertretende Vorsitzende der IG BCE. - Foto: Gero Breloer

Bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Gemeinsames Anliegen von BAVC und IG BCE ist es, die Vereinbarkeit von Berufstätigkeit mit familiären Aufgaben für Eltern und Pflegende weiter zu verbessern. Angesichts eines steigenden Fachkräftebedarfs, des demografischen Wandels und der fortschreitenden Digitalisierung bedürfe es dafür einer noch stärker an Chancengleichheit orientierten Personalpolitik.

 

„Moderne Technologien und neue Arten der Zusammenarbeit bieten zunehmend Chancen dafür, dass Arbeit nicht mehr strikt zeit- und ortsgebunden stattfinden muss. Die höhere Flexibilität sollten wir als Sozialpartner gemeinsam verantwortlich ausgestalten, denn davon profitieren alle Beteiligten. Außerdem ist der Staat gefragt, ein flächendeckendes Ganztags-Betreuungsangebot in Kindergärten und Schulen auf den Weg zu bringen“, so BAVC-Präsidentin Margret Suckale.

 

 „Nach wie vor haben wir ein viel zu starres Modell von beruflicher Biographie. Es darf nicht sein, dass die Karrierechancen gut qualifizierter Frauen – und Männer – sinken, wenn sie sich entscheiden, eine Familie zu gründen“, sagte Michael Vassiliadis, Vorsitzender der IG BCE. „Es ist mehr Flexibilität bei den Unternehmen nötig. Beschäftigte müssen beispielsweise ihre Arbeitszeit in bestimmten Lebensphasen reduzieren können. Und auch an der Präsenzkultur in vielen Betrieben muss sich etwas ändern.“


„Mehr als zehn Jahre Engagement für mehr Chancengleichheit und Familienbewusstsein haben uns zu Trendsettern gemacht“, bewertet Edeltraud Glänzer, stellvertretende Vorsitzende der IG BCE, die Sozialpartner-Vereinbarung. “Wir blicken nicht nur auf eine erfolgreiche Bilanz mit zahlreichen betrieblichen Vereinbarungen und gemeinsamen Veranstaltungen zurück, sondern stellen uns auch den neuen Herausforderungen. Mir ist dabei besonders wichtig, dass wir alle Beschäftigtengruppen im Blick behalten – unabhängig von Alter und Geschlecht.“

 

Neue Sozialpartner-Vereinbarung unterzeichnet

IG BCE und BAVC verstehen sich als Multiplikatoren gegenüber Politik und Wirtschaft. Gemeinsam appellieren sie an die Unternehmen und deren Betriebsräte, Chancengleichheit von Männern und Frauen als wichtige unternehmerische Aufgabe zu fördern und zu sichern sowie die Vereinbarkeit von Berufs-, Familien- und Privatleben zu verbessern. In einer außertariflichen Sozialpartner-Vereinbarung „Arbeiten und Leben in Balance - Neue Herausforderungen in einer veränderten Arbeitswelt“ haben BAVC und IG BCE dieses gemeinsame Anliegen bekräftigt. Die Sozialpartner-Vereinbarung wird im Beisein von Staatssekretärin Elke Ferner aus dem Familienministerium von den Spitzen der Chemie-Sozialpartner unterzeichnet.

 

Die Sozialpartner-Vereinbarungen in der chemischen Industrie sind Beleg dafür, dass die Tarifpartner auch außerhalb von Tarifverhandlungen konkrete Ergebnisse erzielen können - zum Vorteil der Unternehmen und der Beschäftigten.

 

Initiates file downloadDie Sozialpartnervereinbarung im Wortlaut