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Konferenz zur Förderung der Berufsausbildung in Baden-Württemberg

Demografie und zukünftiger Fachkräftebedarf

IG BCE-Bezirksleiter Ralf Stockheim begrüßt die Konferenzteilnehmer
Fotos (2): agvChemie Baden-Württemberg

Rund hundert Ausbilder, Jugendausbildungsvertreter, Vertreter der Industrie- und Handelskammer, der Agentur für Arbeit und Berufsschulen nahmen an der Ausbildungskonferenz der baden-württembergischen chemischen Industrie am 20. Januar 2009 in Karlsruhe teil.


Nach 1996, 2000 und 2004 war dies bereits die vierte Konferenz der Chemie-Sozialpartner mit dem Ziel, die Berufsausbildung in der Chemie-Branche zu fördern. Das Motto "Demografie und zukünftiger Fachkräftebedarf" sollte den Blick für die Zukunft schärfen. Die Teilnehmer beschrieben die Herausforderungen durch den demografischen Wandel und zogen daraus Schlussfolgerungen für die Ausbildung in den Unternehmen.


agvChemie-Geschäftsführer Ralf Müller: „Im Hinblick auf die rückläufigen Schülerzahlen wird zukünftig die Konkurrenz um die besten Köpfe größer. Das Konferenzthema Demographie und zukünftiger Fachkräftebedarf wirft gleich eine ganze Reihe drängender Fragen auf: Welche Entwicklungen in Bezug auf die Bewerberzahlen sind zu erwarten?  Wie können die Unternehmen auch zukünftig genügend qualifizierte Auszubildende rekrutieren? Welche Maßnahmen zur Förderung und Integration Benachteiligter Jugendlicher gibt es bereits und welche Bedeutung haben diese künftig?“

Unter Leitung von Ditmar Gatzmaga (Vertretung des Landes Nordrhein-Westfalen beim Bund im Berlin, 3.v.r.) diskutierten (von links nach rechts) Dr. Rüdiger Wapler (Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung), Dirk Meyer (BAVC), Heike Jäger (IG BCE), Michael Krüger (Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg) und Dr. Joachim Gerd Ulrich (Bundesinstitut für Berufsbildung)

In seinen Ausführungen zum Thema „Herausforderungen für den Fachkräftebedarf angesichts der demografischen Entwicklung“ wies Dr. Rainer Wolf vom Statistischen Landesamt Baden-Württemberg in Stuttgart bereits im Eröffnungsvortrag auf die Brisanz der eingangs gestellten Fragen hin. Unter anderem präsentierte er aktuelle Prognosen zur Zahl der Erwerbstätigen sowie zur rückläufigen Zahl der Ausbildungsplatzbewerber in Baden-Württemberg.


Abgerundet wurde die Veranstaltung durch eine Podiumsdiskussion und drei Arbeitsforen am Nachmittag. Wolfgang Schott, Personalleiter bei der Mineraloelraffinerie Oberrhein GmbH & Co. KG in Karlsruhe, und Ralf Knopf, stellvertretender Betriebsratsvorsitzender, gaben Einblicke in die Ausbildung und Personalplanung ihres Unternehmens. In einem weiteren Forum stellten Claudia Prusik von der Agentur für Arbeit in Stuttgart und Dirk Meyer, Bundesarbeitgeberverband Chemie, gemeinsam Förderprogramme zur Integration benachteiligter Jugendlicher vor.


Schließlich präsentierte Dr. Joachim Gerd Ulrich vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BiBB) aktuelle Umfrageergebnisse und Erhebungen zum Thema „Verbesserung der Ausbildungsfähigkeit“.


Autor: Dr. Tobias Pacher, ausbildung(at)chemie(dot)com