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Materialien

Umsetzung des Demografie-Tarifvertrages

Bei der Umsetzung des Tarifvertrages „Lebensarbeitszeit und Demografie“ unterstützt der agvChemie seine Mitglieds-unternehmen mit zahlreichen Materialien und Veranstaltungen. Neben dem Tariftext (in Papierform und im agvChemie-Intranet) gibt es ausführliche Erläuterungen und eine CD-ROM, die neben verschiedenen Informationstexten zum Tarifvertrag auch Beispiele für die Demografieanalyse enthält.

Zusätzlich ist auf der CD-ROM die Demoversion eines Analyse-programmes enthalten, das kostengünstig und auf einfache Art und Weise die geforderten demografischen Auswertungen liefert. Im Seminarprogramm 2009 sind zum Thema Demografie unter „Personalarbeit von A – Z“ folgende Veranstaltungen neu aufgenommen worden:

"Gesundheitsmanagement“ am 11. Februar 2009, „Demografieanalyse“ (5. März 2009), Generationen-management“ (8. bis 9. Juni 2009), „Altersgerechte Arbeits(zeit)gestaltung“ (2. Juli 2009)und „Qualifizierungsmaßnahmen“ (14. Oktober 2009). Zusätzliche Exemplare der Materialien oder weitergehende Informationen können über den agvChemie angefordert werden.

Umsetzung des Tarifvertrages "Lebensarbeitszeit und Demografie"

Überwältigendes Interesse an Sozialpartner-Veranstaltung

Tafungsteilnehmer der Demografiekonferenz in Karlsruhe

Mehr als 160 Interessierte – Unternehmer, Personalverantwortliche und Betriebsräte – waren  am 26. November 2008 zur Sozialpartnerveranstaltung zum Tarifvertrag „Lebensarbeitszeit und Demografie“ nach Karlsruhe gekommen. „Der Tarifvertrag ist ein Projekt-Tarifvertrag“ – so charakterisierte ihn Gerhard Schäferkord, Hauptgeschäftsführer des agvChemie. „Wir haben Aufträge erhalten, keine fertigen Muster“. Ein partnerschaftliches Zusammenarbeiten bei der Umsetzung sei notwendig – auch sei der Tarifvertrag eine Generationenvereinbarung  und langfristig angelegt – mindestens bis 2015. Zur Umsetzung bietet der agvChemie seinen Mitgliedsunternehmen zahlreiche Hilfen an, die auf der Veranstaltung vorgestellt wurden.


Der IG BCE-Bezirksleiter Ralf Stockheim lenkte den Blick in die Zukunft und forderte „weniger kurzzeitiges Denken“: Man könne die Herausforderungen gerade durch die demografische Entwicklung nicht durch starre Blicke auf Quartalszahlen bewältigen. Für ihn ist der Tarifvertrag ein „vielbeachteter Meilenstein zu einem gemeinsamen Verständnis“. Außerdem erinnerte er daran, dass die derzeitige Wirtschaftskrise und drohende Rezession durch die Anwendung der vorhandenen flexiblen Tarifregelungen angegangen werden können.


Die besonderen Regelungen des neuen Tarifvertrages wurden auf der Tagung ausführlich vorgestellt. Dabei lag ein Schwerpunkt auf der Anwendung des Demografie-Fonds. Die Demografieanalyse wurde anhand eines Unternehmensbeispiels und unter Einsatz eines EDV-Programmes erläutert.

Dr. Heinrich Geissler

Dr. Heinrich Geissler, Demografie-Forscher aus Hamburg, brachte die Herausforderungen auf den Punkt: „Wir wissen über die Altersgruppe der 50- bis 60jährigen in unseren Betrieben wenig“. Diese Gruppe sei aus den Betrieben weitgehend verschwunden. Dabei haben diese älteren Mitarbeiter ihre eigenen Fähigkeiten: Sie können auf umfangreiches Erfahrungswissen bauen, ihr Qualitäts- und Verantwortungsbewusstsein steigt überproportional an. Insgesamt ist eine mehr Gelassenheit in der Arbeit zu beobachten – die einher geht mit genauerer Arbeit. In Untersuchungen hat Geissler herausgefunden, dass sich die Arbeitsfähigkeit von älteren Mitarbeitern je nach Förderung deutlich verbessern lässt. Allerdings ist es notwendig, eine spezielle altersgerechte Didaktik anzuwenden. Geissler zitierte seinen Forschungspartner Professor Ilmarinen: „Arbeit alleine erhält die Arbeitsfähigkeit nicht“. Dazu gehören zahlreichen Maßnahmen des Unternehmens, die der Arbeitnehmer aktiv mitgestalten muss: „Ein Generationen-Management muss her“. Alte Modelle müssten auf den Prüfstand: „Wir werden viel innovativer sein müssen, was den Übergang in die Rente angeht.“ Allerdings müsse man Demografie ganzheitlich denken – das fange schon bei den Auszubildenden an.