Aus den Regionen
Ansicht   
Chemie-Sozialpartner-Workshop Gefährdungsbeurteilung

Gesundheitsmanagement als Führungsaufgabe

Konzentrierte Arbeit - Foto: Bayerische Chemieverbände

Kirchheim bei München - Vom 29. bis 30. Januar 2015 fand im Rahmen des Seminarangebotes der Sozialpartnerinitiative "Gutes und gesundes Arbeiten in der Chemiebranche" die gemeinsame Sozialpartnerfachtagung "Ganzheitliche Gefährdungsbeurteilung unter Berücksichtigung psychischer Belastungen" statt.

 

Gleichzeitig war diese Informationsveranstaltung der Auftakt von Regionalveranstaltungen zur Neuausrichtung von GIBUCI. Die Gesellschaft zur Information von Betriebsräten über Umweltschutz in der chemischen Industrie erfuhr im Jahr 2014 eine thematische Ausweitung. Neben Umweltschutzfragen werden nun auch Fragen der wirtschaftlichen und insbesondere der sozialen Dimension der Nachhaltigkeit als Kernkompetenz der Chemiesozialpartner Gegenstand der Veranstaltungen. Dies alles geschieht unter dem Dach der Chemie³-Nachhaltigkeitsinitiative der deutschen Chemie. Die Allianzpartner VCI, IG BCE und BAVC haben sich hierbei zum Ziel gesetzt, Nachhaltigkeit als Leitbild innerhalb der Branche zu verankern. Auch der Adressatenkreis von GIBUCI erfährt hierdurch eine Ausweitung. Neben Betriebsräten werden auch Führungskräfte zu den Veranstaltungen eingeladen und geschult.

 

Die als Workshop ausgelegte Tagung mit ca. 35 Teilnehmern wurde von Herrn Peter Fürnthaler, Rechtsanwalt beim Chemiearbeitgeberverband in Bayern sowie Herrn Seppel Kraus, Landesbezirksvorsitzender der IG BCE in Bayern eröffnet.

 

Beide Redner betonten die hohe Bedeutung des Erhalts und der Förderung sowohl der psychischen wie auch der physischen Gesundheit der Arbeitnehmer in der chemischen Industrie sowie die Bedeutung der Sozialpartnerschaft in der Chemiebranche.

 

Im ersten Teil der Veranstaltung stellte Herr Karsten Bauer, Dipl.-Psychologe, die Grundlagen der Gefährdungsbeurteilung vor. Er wies auf die Bedeutung der Beurteilung von Arbeitsbedingungen für die betriebliche Sicherheit von Mitarbeitern hin und erläuterte die Grundlagen der Gefährdungsbeurteilung anhand des Arbeitsschutzgesetzes. Anschließend wurde im Rahmen einer Gruppenarbeit die Umsetzung einer Gefährdungsbeurteilung erarbeitet. Im Anschluss wurden die Ergebnisse der Gruppenarbeit von den Teilnehmer präsentiert und gemeinsam diskutiert.

 

Zum Ende des ersten Tages galt es, den eigenen Horizont zu erweitern. Herr Dr. Markus Born, Geschäftsführer der Bayerischen Chemieverbände, trug zum Thema der aktuellen Energiewende sowie des bayerischen Energiedialoges vor.

 

Am zweiten Tag der Veranstaltung wurden von Herrn Bauer Arbeitshilfen zur Durchführung einer Gefährdungsbeurteilung vorgestellt sowie entsprechende Methoden und Hinweise gegeben.

 

Anschließend wurde anhand mehrerer Praxisbeispiele von ausgewählten Referenten aus der chemischen Industrie das betriebliche Gesundheitsmanagement unter besonderer Beachtung der psychischen Gesundheit vorgestellt.Schließlich wurde die Veranstaltung durch einen Expertenvortrag von Herrn Dr. Werner Kissling, leitender Oberarzt und Leiter des Zentrums für Disease Management der Technischen Universität München, beendet, welcher die Maßnahmen darstellte, die sich aus der psychischen Gefährdungsbeurteilung ableiten lassen.

 

Für die Teilnehmer war von besonderer Bedeutung, dass die Gefährdungen im Rahmen der Veranstaltung nicht nur dargestellt wurden, sondern auch konkret aufgezeigt wurde, wie die sich daraus ergebenden Maßnahmen in der betrieblichen Praxis umgesetzt werden können. Dies wurde in einer abschließenden Runde ausführlich diskutiert und es wurden entsprechende Ansätze zur Umsetzung entwickelt.