Aus den Regionen
Ansicht   
ChemieNord / IG-BCE-Landesbezirk Nord

Altersvorsorge: Die Teilnahmequote von 100 Prozent muss erreicht werden

Gut 63 Prozent der Tarifbeschäftigten in den norddeutschen Chemieunternehmen nutzen bereits die besonderen Möglichkeiten der Chemie-Altersvorsorge und legen im Durchschnitt jährlich 957 Euro an zur Sicherung des eigenen Lebensstandards in späteren Rentenzeiten. Im bundesweiten Vergleich liegen sie damit an der Spitze, dennoch sind Dr. Jochen Wilkens, Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbandes ChemieNord, und Ralf Becker, Leiter des IG BCE-Landesbezirks Nord, nicht zufrieden: „Wir müssen erreichen, dass jeder Beschäftigte in unserer Branche die Chemie-Altersvorsorge nutzt, um dadurch seinen Lebensstandard im Alter halten zu können. Die demografische Entwicklung macht private Vorsorge für das Alter heute unumgänglich und die Möglichkeiten dazu sind in unserer Branche vorbildlich.“

 

Im Zuge einer Sozialpartnerveranstaltung vereinbarten beide deshalb, jetzt nochmals verstärkt über die einzelnen Bausteine der tariflichen Altersvorsorge zu informieren mit dem Ziel, eine Teilnahmequote von 100 Prozent zu erreichen.

 

In der chemischen Industrie hat jeder Beschäftigte einen tariflichen Anspruch auf 613,55 Euro pro Jahr, die ihm sein Arbeitgeber für die Altersvorsorge auf Antrag zahlt. Der Betrag setzt sich zusammen aus den ehemaligen vermögenswirksamen Leistung von 478,57 Euro, die gemäß dem „Tarifvertrag über Einmalzahlungen und Altersvorsorge“ in der chemischen Industrie für die Altersvorsorge verwendet werden müssen, sowie einer zusätzlichen tariflichen Förderung durch den Arbeitgeber in Höhe von 134,98 Euro (Chemie-Tarifförderung I).

 

Hinzu kommen können jeweils 300 Euro pro Jahr, wenn die Betriebsparteien eine entsprechende Verwendung des laut Tarifvertrag „Lebensarbeitszeit und Demografie“ fälligen Demografiebetrags vereinbart haben.

 

Und natürlich sind auch noch weitere freiwillige Umwandlungsbeträge der Arbeitnehmer aus dem Bruttoentgelt möglich, die pro 100 Euro jeweils mit 13 zusätzlichen Euro durch den Arbeitgeber gefördert werden (Chemie-Tarifförderung II). Dies gilt bis zu einem Gesamtumwandlungsbetrag von 4 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen Rentenversicherung jährlich.

 

„Als Sozialpartner haben wir in der chemischen Industrie frühzeitig auf die absehbaren Versorgungslücken in der gesetzlichen Rentenversicherung reagiert und attraktive Instrumente für eine zusätzliche Altersvorsorge entwickelt. Auch das macht unsere Branche attraktiv für gute neue Mitarbeiter“, betont Wilkens.