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ChemieNord / IG-BCE-Landesbezirk Nord

Gemeinsames Ausbildungsforum der Chemie-Sozialpartner im Norden

Unter der Regie des Arbeitgeberverbandes ChemieNord und der IG BCE, Landesbezirk Nord, diskutierten Werksleiter und Betriebsräte aus norddeutschen Chemieunternehmen das Thema Ausbildung im Norden. - Foto: AGV ChemieNord

Der Arbeitgeberverband ChemieNord und die IG BCE, Landesbezirk Nord, haben im Oktober 2009 ein erstes gemeinsames "Ausbildungsforum" in Wilhelmshaven durchgeführt.

 

Im Mittelpunkt der Sozialpartnerveranstaltung standen die Sicherung des qualifizierten Facharbeiternachwuchses unter den erschwerten Bedingungen des demografischen Wandels sowie die Auswirkungen der aktuellen Wirtschaftskrise auf die norddeutschen Küstenstandorte. In Vorträgen und im Rahmen einer Podiumsdiskussion wurde das Thema Ausbildung mit seinen zahlreichen Facetten umfassend beleuchtet und dabei auch über Ausbildungsformen wie Verbundausbildungen und zweijährige Ausbildungsberufe als Einstieg in das duale Berufsbildungssystem diskutiert.

 

In einem vorangegangenen gemeinsamen Presse-Gespräch hatten Dr. Jochen Wilkens, Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbandes ChemieNord, und Ralf Becker, Leiter des IG-BCE-Landesbezirks Nord, den besonderen Stellenwert der dualen Ausbildung hervorgehoben.

 

In einer ersten Bewertung des Berliner Koalitionsvertrages betonte Wilkens außerdem, dass der Vertrag einige wichtige Signale für die notwendige Stärkung des Industriestandortes Deutschland enthalte. Aufgrund der Ressortbesetzungen sei es aber dringend erforderlich, dass sich sowohl die Landes- als auch die Regionalpolitik verstärkt einsetzten für die Industrie- und Energiestandorte in Norddeutschland. Zwar sei mit dem Gesundheitsministerium ein für die zahlreichen mittelständischen Pharmaunternehmen im Norden wichtiges Ressort mit einem norddeutschen Politiker besetzt worden. Im Wirtschafts- und Verkehrsministerium dürfe nun aber die für die Stärkung der maritimen Wirtschaft wichtige Entwicklung der Infrastruktur in Norddeutschland nicht verzögert werden.

 

Auch Becker kritisierte die teilweise fehlende Klarheit des Koalitionsvertrags. Nur auf den Aufschwung zu hoffen und keine eigenen Initiativen zur Bewältigung der Wirtschaftskrise zu beschreiben, sei einfach zu wenig. So müsse es beispielsweise einen Kriterienkatalog geben um die Vergabe von Krediten mit öffentlicher Förderung zu regulieren. Es kann nicht angehen, dass alle Beteiligten Arbeit erhalten wollen – die Banken aber Personalabbau als Voraussetzung für Kreditvergabe fordern würden.

 

Mit Blick auf eine sichere und finanzierbare Versorgung mit Energie forderten Wilkens und Becker den zügigen Bau eines Flüssiggasterminals in Wilhelmshaven. Es könne nicht angehen, dass Deutschland hier im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern untätig bleibe. "Die Unterbrechung der Gaslieferungen aus Russland in diesem Jahr hat deutlich gezeigt, wie verwundbar wir an dieser Stelle sind", so Wilkens.