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ChemieNord / IG-BCE-Landesbezirk Nord

Berufskompass Chemie: Ausgebildet weiterbilden

Rundumblick auf das Thema Weiterbildung durch Vorträge aus der Wissenschaft, Erfahrungsberichte und direkten Austausch – Foto: AGV ChemieNord
Rundumblick auf das Thema Weiterbildung durch Vorträge aus der Wissenschaft, Erfahrungsberichte und direkten Austausch – Foto: AGV ChemieNord

Mit dem tarifvertraglich vereinbarten Angebot „Berufskompass“ informierten IG BCE Nord und der AGV ChemieNord in einer Tagesveranstaltung ausgelernte Azubis und Personalverantwortliche über die vielfältigen Weiterbildungsmöglichkeiten innerhalb der Branche. Ein wichtiges Thema für die Sozialpartner, denn die ausgezeichnete Aus- und Fortbildung ist eines der Qualitätsmerkmale der deutschen Chemieindustrie und trägt wesentlich zu ihrer internationalen Wettbewerbsfähigkeit bei, betonten Ralf Becker, Leiter des IG BCE Landesbezirks Nord und Dr. Jochen Wilkens, Hauptgeschäftsführer des AGV ChemieNord.

 

„Lebenslanges Lernen ist eine riesige Chance“, erklärte Dr. Petra Franziska Köster von der Leibniz Universität Hannover in ihrem Eingangsvortrag. Da sich unter anderem durch technische Entwicklungen wie der Digitalisierung Anforderungen im Berufsleben kontinuierlich ändern, ist es für viele Beschäftigte und deren  Firmenleitung unverzichtbar, das Fachwissen im Unternehmen durch Weiterbildungen auf dem aktuellsten Kenntnisstand zu halten. Die Wissenschaftlerin beschrieb die verschiedenen Weiterbildungsmöglichkeiten von Studium, über Fortbildungen bis hin zu „Trainig on the job“ und gab Tipps für die Wahl des richtigen Angebots: Gespräche mit Freunden, Familie, Kollegen oder Vorgesetzten helfen, sich über die eigenen Stärken, Schwächen und Interessen klar zu werden. Außerdem spielt der eigene Lerntyp eine wichtige Rolle: Ist für den einen Powerlernen in einem Vollzeitstudium sinnvoll, möchte der andere lieber jeden Abend nach der Arbeit für ein paar Stunden den Kopf in die Bücher stecken.

 

Wie wichtig der Lerntyp bei der Entscheidung für eine Weiterbildung ist, wurde auch in den beiden moderierten Gesprächsrunden deutlich. Darin gaben Mitarbeiter aus sechs Mitgliedsunternehmen ihre Erfahrungen in Sachen Meisterausbildung, Weiterbildung zum Techniker, duales Studium oder auch Fernstudium an das Publikum weiter.

 

Dabei wurde deutlich: Bei der Entscheidungsfindung für eine bestimmte Fort- oder Weiterbildung sind externe Beratungsangebote eine große Hilfe. Ein Beispiel hierfür ist die die Servicestelle offene Hochschule Niedersachsen (OHN). Die landeseigene gemeinnützige Gesellschaft koordiniert die landesweite Öffnung der niedersächsischen Hochschulen, das heißt: Sie sorgt dafür, dass eine möglichst breite Zielgruppe studieren kann – und nicht nur der Nachwuchs aus Akademikerfamilien oder Einser-Abiturienten. Die OHN berät deshalb gezielt Unternehmen und (ausgelernte) Azubis mit und ohne Abitur zu akademischen Weiterbildungsangeboten und vernetzt Hochschulen, Unternehmen und Bildungsträger, erklärte Geschäftsführerin Monika Hartmann-Bischoff.