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ChemieNord / IG-BCE-Landesbezirk Nord

Sozialpartner-Veranstaltung zur Integration von Flüchtlingen in die Berufswelt

Inzwischen haben einige Unternehmen, auch aus der norddeutschen Chemieindustrie, wertvolle Erfahrungen bei der Integration von Flüchtlingen in die Arbeitswelt gesammelt. - Foto: WavebreakMediaMicro - Fotolia.com
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Eine große Anzahl der in Deutschland aufgenommenen Flüchtlinge besucht mittlerweile Sprach- und Integrationskurse oder hat sie bereits erfolgreich absolviert. Der nächste Schritt ist die Integration in die Berufswelt. Wie das gelingen kann und welche Unterstützungsangebote Unternehmen dabei in Anspruch nehmen können, war vergangene Woche Thema bei der vom Arbeitgeberverband ChemieNord gemeinsam mit der Gewerkschaft IG BCE Nord organisierten Sozialpartner-Veranstaltung.

 

Interessante Fakten lieferte zu Beginn Achim Otte von der Bundesagentur für Arbeit, Regionaldirektion Niedersachsen-Bremen: Drei Fünftel der geflüchteten arbeitslosen Menschen sind zwar unter 35 Jahren, jedoch können aktuell 62 Prozent der Geflüchteten lediglich Tätigkeiten auf Helferniveau ausführen. Gerade einmal 15 Prozent sind Spezialisten. Den hierzulande wachsenden Fachkräftebedarf vollständig durch Flüchtlinge abdecken zu können, ist also aktuell eher Mythos als Realität, stellte Otte fest. Nichts desto trotz bergen Flüchtlinge das Potenzial, zumindest einen Teil der offenen Arbeits- und Ausbildungsplätze zu besetzen, sind sich Otte und die Gastgeber Ralf Becker, Landesbezirksleiter IG BCE Nord, sowie ChemieNord-Hauptgeschäftsführer Dr. Jochen Wilkens einig. Dafür stellt die Arbeitsagentur Unternehmen eine Reihe an finanziellen Unterstützungsmöglichkeiten und Beratungsangeboten zur Verfügung.

 

Tipps direkt aus dem Unternehmensalltag kamen von Continental, VSM und BÜFA, die sich bereits seit einiger Zeit intensiv mit dem Thema auseinandersetzen und Flüchtlinge bei sich beschäftigen (siehe vorangegangene Berichterstattung). Eine der Erfahrungen, die alle drei Unternehmen erlebt haben: Die Gestaltung des Auswahlprozesses ist enorm wichtig. Ein oder zwei Auswahlgespräche zu führen, wie es in Deutschland oft üblich ist, reicht bei Weitem nicht. Continental hat zum Beispiel ein diagnostisches Auswahlverfahren in der Landessprache der Flüchtlinge entwickeln lassen, und damit sehr gute Erfahrungen gemacht.