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Nordostchemie / IG-BCE-Landesbezirk Nordost

Betriebliche Gesundheitsförderung ist eine Investition in die Zukunft

Regelmäßige Übungen halten fit, Foto: Susanne Kettelför

Das war der gemeinsame Tenor der 90 Teilnehmerinnen und Teilnehmer - allesamt Führungskräfte und Betriebsräte der Chemiebranche - bei der Veranstaltung in den Berufsgenossenschaftlichen Kliniken Bergmannstrost in Halle, zu der am 25. Februar 2010 der IG-BCE-Landesbezirk Nordost und der Arbeitgeberverband Nordostchemie e.V. eingeladen hatten.

 

Vor zwei Jahren hatten die Chemie-Sozialpartner mit dem Tarifvertrag "Lebensarbeitszeit und Demografie" Pionierarbeit geleistet. Das darin vereinbarte Handlungsfeld der "betrieblichen Gesundheitsförderung" soll künftig noch stärker durch konkrete Maßnahmen umgesetzt werden. Die Veranstaltung in den Kliniken Bergmannstrost zeigte, welche guten Beispiele es auf diesem Gebiet bereits gibt. Sie sorgte für vielfache Impulse zur Entwicklung weiterer Programme zur Förderung der Gesundheit am Arbeitsplatz.

 

In vielen Unternehmen sei nach einem Blick auf die demografische Analyse klar geworden, dass etwas passieren müsse. So stellten die Betriebsratsvorsitzende Bärbel Koch und der Personalverantwortliche Ingo Schierhorn von der Solvay Chemicals GmbH, Werk Bernburg, ihr Konzept zum betrieblichen Eingliederungsmanagement vor. Es wurde für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entwickelt, die länger als sechs Wochen arbeitsunfähig sind. Teilnehmen können aber auch Beschäftigte mit kürzeren Krankheitszeiten. Die Arbeitsgruppe "Betriebliches Eingliederungsmanagement" von Solvay Chemicals analysiert Arbeitsplatz und Aufgabenbereich und versucht, sie möglichst optimal für den jeweiligen Mitarbeiter anzupassen - mit dem Ziel, zukünftiger Arbeitsunfähigkeit vorzubeugen und chronische Krankheiten zu verhindern. Denn wenn die Belegschaft immer älter wird, muss sie auch länger gesund und leistungsfähig bleiben.

 

Das Durchschnittsalter bei der BASF Services Europe GmbH in Berlin ist 34 Jahre. Damit diese junge Belegschaft fit bleibt, hat der Betriebsrat rund um die Betriebsratsvorsitzende Ida Schönherr das Programm "Sport frei – eine Belegschaft bewegt sich" initiiert. Mit Partnern aus der Fitness- und Kosmetikbranche, aus Wissenschaft und Politik und mit Unterstützung von Geschäftsleitung und IG BCE wird im Unternehmen ein ausgefeiltes Gesundheitsprogramm angeboten. Mit Sportgruppen, Rückenschulung am Arbeitsplatz, gesundheitlichen Präventionsmaßnahmen wie Raucherentwöhnung, Beratung zu gesunder Ernährung und Gymnastik. Alles nach dem Motto: Früh investieren statt spät reparieren.

 

Die Fachberaterin "Betriebliche Gesundheitsförderung" der AOK Sachsen-Anhalt, Elke-Maritta Horn, stellte eine Ergonomie- und Bewegungsanalyse am Arbeitsplatz vor und klärte auch über die gesetzlichen Grundlagen auf. Die Krankenkassen erbringen Leistungen zur betrieblichen Gesundheitsförderung und unterstützen Unternehmen aktiv in der praktischen Umsetzung. Eine Physiotherapeutin der Kliniken Bergmannstrost zeigte im Anschluss den Konferenzteilnehmern, wie sich alle mit Hilfe von Therabändern mit täglichen Übungen fit halten können und Krankheiten des Bewegungsapparates vermeiden. Denn die gehören zu den häufigsten Arbeitsunfähigkeitsauslösern bei Bürotätigkeiten.

 

In der Firma Beiersdorf Manufacturing Berlin GmbH wird seit 2009 eine systematische Gefährdungsbeurteilung in der Produktion durchgeführt. Diese dient dem Erkennen und Bewerten der Entstehungsmöglichkeiten von Unfällen und Gesundheitsbeeinträchtigungen. Personalreferentin Nina Jenk stellte Analyse und Schutzmaßnahmen am Beispiel einer Shampoo-Abfüll-Linie vor.

 

Frauen des IG-BCE-Bezirks Halle-Magdeburg haben vor sechs Jahren den Gesundheitspreis ins Leben gerufen: alle zwei Jahre werden auf der Gesundheitskonferenz des Bezirks Unternehmen ausgezeichnet, die nachhaltige Arbeitssicherheit und Gesundheitskultur im Betrieb etabliert haben. Für die Preisverleihung werden prominente Persönlichkeiten gewonnen, zuletzt vor zwei Jahren die damalige Gesundheitsministerin Ulla Schmidt. Als zweitplatzierter Preisträger im Jahr 2008 stellte das mittelständische Chemieunternehmen KataLeuna GmbH seine Gesundheitsvorsorge-Maßnahmen in den Produktionsprozessen vor. Damit konnten in den vergangenen sieben Jahren die meldepflichtigen Arbeitsunfälle komplett vermieden werden.

 

Innerhalb der Sozialpartner-Veranstaltung hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Gelegenheit, den "Markt der betrieblichen Gesundheitsförderung" zu besuchen und an Rundgängen durch verschiedene Bereiche der Berufsgenossenschaftlichen Kliniken Bergmannstrost teilnehmen. Der Mittagsimbiss zeigte, wie gesunde Ernährung in der Betriebskantine aussehen kann.