Aus den Regionen
Ansicht   
Christian Jungvogel, Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie

Die Chemieformel für den demografischen Wandel

Christian Jungvogel
Foto:Hasubert

„Die Demografie hat sich in den letzten Jahren von einem Modethema zu einem Zukunftsthema entwickelt“, sagt Christian Jungvogel vom Vorstandsbereich Tarifpolitik der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie.


„Ein besseres Gesundheitssystem, gesündere Ernährung, mehr Bewegung und nicht zuletzt auch die Verbesserung der Arbeitsbedingungen lassen uns länger leben.“ Im Jahr 1950 habe die Lebenserwartung bei 66,5 Jahren gelegen, heute läge sie bei 79,5 Jahren. „Gleichzeitig ist aber auch die Geburtenrate gesunken. Sie liegt nur noch bei 1,3 Kindern je Frau.“ Das sei zu wenig, um die Bevölkerungszahl zu erhalten, so Jungvogel.

 

Die Unternehmen müssten künftig damit umgehen, immer mehr ältere Beschäftigte als jüngere im Unternehmen zu haben. Der Tarifvertrag „Lebenszeit und Demografie“ bietet die dafür nötige Unterstützung. Alle Unternehmen werden danach verpflichtet, regelmäßig als Grundlage eine Demografieanalyse durchzuführen.

 

Im zweiten Schritt folgen Handlungsfelder und Maßnahmen für die Gestaltung alternsgerechter Arbeitsbedingungen. Im dritten Schritt werden mit dem Demografiefonds Regelungen für den flexiblen Übergang in den Ruhestand finanziell unterstützt.

 

„Vor allem die Handlungsfelder sind ein wichtiger Bestandteil des Tarifvertrages. Sie beschreiben unter den Stichpunkten Arbeitsorganisation und Arbeitszeitgestaltung, betriebliche Gesundheitsförderung, Qualifizierung, Nachwuchssicherung und Wissenstransfer sowie Familie und Beruf die wichtigsten Themen für den demografischen Wandel“, erklärt Jungvogel.