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2030: Zukunft der Schichtarbeit

Marcel Hasübert, mh-foto

Wie wird die chemische Industrie im Jahr 2030 aussehen? Klimawandel, Globalisierung und Weltbevölkerungswachstum sind nur drei der globalen Megatrends, die Einfluss auf die Chemiebranche haben werden. Wie sich vor diesem Hintergrund bis 2030 die Wachstumsperspektiven für die deutsche Chemieindustrie entwickeln können, zeigt die neue Studie des Verbandes Chemischer Industrie e.V. (VCI). Ihre Szenarien, zusammen mit dem Wirtschaftsforschungsinstitut „Prognos“ entwickelt, wurden auf der Sozialpartnerveranstaltung durch Johann-Peter Nickel, Geschäftsführer beim VCI, vorgestellt. Das wichtigste Ergebnis: Die chemische Industrie ist dank ihres starken industriellen Kerns und engen Vernetzung in Wertschöpfung und Produktion gut aufgestellt. Aber damit dies so bleibt, muss ein Produktionswachstum von 40 Prozent bis zum Jahr 2030 organisiert werden - mit rund 50.000 Beschäftigten weniger.


Schlanke Produktionsprozesse und Qualifizierung der Belegschaft – zwei wichtige Faktoren

Das bedeutet zum einen eine weitere Optimierung der Produktionsprozesse. Wie diese ausgestaltet werden können, stellte Theo Proll von der BASF SE in seinem Bericht über das neue Produktionssystem OPAL 21 vor. Ein Ziel des Projekts ist es, den Wissenstransfer in die nächste Generation zu sichern, denn schon heute liegt das Durchschnittsalter der Belegschaft bei 45 Jahren.  Vor dem Hintergrund einer älter werdenden Belegschaft wird auch die Gesundheitsförderung eine größere Rolle spielen, ebenso wie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Diese Faktoren beeinflussen die Berufswahl immer stärker, wie Andrea Conrady, Head of HP Local Topics bei Boehringer Ingelheim, feststellte. Wenn Schichtarbeit wieder attraktiver werden soll, müssen diese Aspekte berücksichtigt werden.

 

Zum anderen muss die gute Qualifizierung der Arbeitnehmer erhalten bleiben. Das bedeutet auch, dass Schulungsmaßnahmen für die Belegschaft an Bedeutung gewinnen. Das Projekt zur altersdifferenzierten Kompetenzförderung von Michelin in Bad Kreuznach ist ein gutes Beispiel dafür, dass es sich auch für ältere Produktionsmitarbeiter lohnt, sich in Schulungen und durch Qualifizierungsmaßnahmen weiterzuentwickeln.


Innovationsfelder für Chemieunternehmen

 

Qualifizierung ist ein Megathema, weil auch zukünftig das  technologische Know-How der deutschen chemischen Industrie ein wettbewerbsrelevanter Faktor für Innovations- und Wirtschaftskraft sein wird. Welche Innovationsfelder Unternehmen offen stehen, erläuterte Dr. Christoph Zanker vom Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung  ISI in Karlsruhe. Außerdem stellte er die wirtschaftlichen Megatrends der Zukunft und deren Konsequenzen für die chemische Industrie vor.

 

Das Fazit: Noch gibt es keine finalen Modelllösungen für den besten Umgang mit zukünftigen Herausforderungen. Aber die deutsche Chemieindustrie kann auf ihre starke Wirtschaftskraft bauen und wird auch 2030 erfolgreich sein – wenn die Branche die bisherigen Prozessoptimierungen weiterführt.

 

Initiates file downloadDokumentation der Veranstaltung: 2. Frankenthaler Sozialpartnerforum 2012