Aus den Regionen
Ansicht   
Dieter Mainzer / Otmar Schmitz, Huhtamaki Alf

Demografiefeste Personalentwicklung: Firmenbeispiel Huhtamaki Alf

Dieter Mainzer
Olaf Schmitz
Fotos: Hasubert

Wie zeitintensiv der Umgang mit dem Thema „Demografie“ im Unternehmen ist, zeigt das Beispiel Huhtamaki in Alf. Die Personalabteilung des Verpackungsherstellers hatte die Diskussion um dieses Thema bereits 2003 gestartet. Dennoch dauerte es bis 2005 ehe die ersten Maßnahmen zur Bestimmung der Altersstruktur und damit zur Demografieanalyse eingeleitet werden konnten.


„Es hat relativ lange gedauert, bis wir die Beschäftigten und die Führungskräfte für das Thema sensibilisieren konnten. Wir mussten zwei Jahre Überzeugungsarbeit leisten“, sagt Otmar Schmitz, Personalleiter bei Huhtamaki. „Erst 2005 erfolgte der Durchbruch und wir starteten ein Projekt, um konzernweit das Thema Altersstruktur anzugehen“, ergänzt der Betriebsratsvorsitzende Dieter Mainzer.

 

Für die genaue Analyse der Alterstruktur holte sich das Unternehmen externe Unterstützung von einer Unternehmensberatung. Gemeinsam untersuchten sie die einzelnen Tätigkeitsfelder im Unternehmen beispielsweise auf Personalbedarf und Fluktuation. Sie leiteten ab, wie sich die Personalsituation bis 2018 ändern würde.

 

Erste Schritte für eine funktionierende Nachfolgeplanung waren nun möglich. So rückte zum Beispiel die interne Potenzialsuche in den Fokus: Nach welche Kriterien werden Auszubildende künftig übernommen? Welche Möglichkeiten für die Weiterqualifizierung von Mitarbeitern sind denkbar?

 

Im Februar 2008 startete Huhtamaki ein Projekt für die demografiefeste Personalentwicklung. Führungskräfte, Betriebsrat und Management befassten sich in Arbeitsgruppen mit den Themen Arbeitsorganisation und -gestaltung (Alternsgerechte Arbeitszeiten, Ergonomie am Arbeitsplatz), Kompetenz und Entwicklung (Personalgewinnung und -bindung, Nachfolgeplanung, Personalentwicklung, alternsgerechte Kompetenzentwicklung), Führung und Unternehmenskultur (Demografie im Betrieb kommunizieren und verankern) sowie Gesundheitsförderung (Gesundheitsmanagement).

 

Vor allem das Thema Ergonomie am Arbeitsplatz hat sich dabei als wichtig herauskristallisiert. Die Frage, wie ein Industriearbeitsplatz künftig aussehen muss, damit er auch von älteren Arbeitnehmern lange genutzt werden kann, ist ein zentrales Thema. Hier setzt Huhtamaki erfolgreich auf das Engagement der Mitarbeiter und das Einrichten von Pilotmaschinen. „Hätten wir zu Beginn unserer Diskussion bereits den Tarifvertrag ‘Lebenszeit und Demografie’ gehabt, wären wir mit Sicherheit schneller gewesen“, glaubt der Betriebsratsvorsitzende. Der Personalleiter fügt hinzu: „Die Unternehmen haben nun einen umfangreichen Werkzeugkoffer, den wir damals nicht hatten. Den müssen sie nutzen.“

 

Weiter zu: Zusammenfassung und Ausblick