Chemie-Altersvorsorge
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Chemie-Altersvorsorge

Betriebliche Altersversorgung mittels Bruttoentgeltumwandlung

Foto: alexsl - iStockphoto.com

Was ist Entgeltumwandlung? 

 

Nach dem Betriebsrentengesetz liegt Entgeltumwandlung vor, wenn künftige Entgeltansprüche in eine wertgleiche Anwartschaft auf Versorgungsleistungen umgewandelt werden.

 


Entgeltumwandlung ist also eine besondere Finanzierungsform der betrieblichen Altersversorgung, bei der das Entgelt nicht ausgezahlt wird, sondern in die betriebliche Altersversorgung fließt. Der Arbeitnehmer verzichtet auf einen Teil seiner Entgeltansprüche oder sonstigen Vergütungsleistungen und erhält dafür eine Anwartschaft, also einen Anspruch auf die zugesagten Versorgungsleistungen, der bei Eintritt des Versorgungsfalls fällig wird. 

 

Warum ist Entgeltumwandlung so lohnenswert? 

 

Einer der großen Vorteile der Entgeltumwandlung liegt darin, dass schon mit der Zahlung des ersten Beitrags ein Anspruch auf die spätere Leistung begründet wird – und nicht, wie etwa bei der arbeitgeberfinanzierten betrieblichen Altersversorgung erst nach fünf Jahren. Auch sind die Beiträge (in Abhängigkeit vom Durchführungsweg) sofort insolvenzgeschützt. 

 


Anders als bei der privaten Kapitalanlage kommt bei der betrieblichen Altersvorsorge die sog. nachgelagerte Besteuerung zum Tragen: Wenn Sie Geld für Ihre spätere Betriebsrente einzahlen, dann müssen Sie hierauf in der Ansparphase – je nach Durchführungsweg in bestimmten Grenzen – keine Steuern zahlen. Steuern fallen erst an, wenn Ihnen die Betriebsrente im Rentenalter ausgezahlt wird. Der Vorteil dieser sogenannten nachgelagerten Besteuerung liegt darin, dass der persönliche Steuersatz im Rentenalter aufgrund der dann regelmäßig geringeren Einkünfte niedriger ist als zu Erwerbszeiten, woraus sich Steuerspareffekte ergeben können.

 


Auch werden diese Einzahlungen sozialversicherungsrechtlich vom Gesetzgeber gefördert. Diese gesetzliche Förderung gibt es nur in der betrieblichen Altersversorgung. Bei einer Entgeltumwandlung von bis zu 3.312 Euro jährlich (Stand: 2020) sparen Sie in der Ansparphase also sowohl die Steuern als auch die Sozialabgaben. 

 

 
Welche weiteren Vorteile bietet die betriebliche Altersversorgung? 

 


1. Geringe Verwaltungskosten und günstige Konditionen 

Da das Unternehmen die betriebliche Altersversorgung organisiert, sind sehr günstige Konditionen realisierbar. Dies betrifft die Möglichkeit, aufgrund der größeren Kapitalmenge am Markt einen besseren Zinssatz zu erreichen, aber auch die günstigen Verwaltungskosten. Dies beruht vor allem darauf, dass Arbeitgeber kein eigenes Gewinnerzielungsinteresse bei der betrieblichen Altersversorgung haben. 

 


2. Insolvenzsicherung 

Ihre betriebliche Altersversorgung ist in besonderem Maße geschützt. Für den seltenen Fall, dass ein Altersversorgungsträger ausfällt, steht Ihr Arbeitgeber für die Zahlung der Leistungen im Alter ein (sogenannte Subsidiärhaftung). Daneben bestehen eine umfangreiche Versicherungsaufsicht und weitgehende Insolvenzsicherungspflichten, damit Sie im Alter auch das bekommen, was Ihr Arbeitgeber Ihnen an Leistungen zugesagt hat. 

 


3. Staatliche und tarifliche Förderung 

Sie können Teile Ihres Entgelts steuerfrei und ohne Abzüge durch die Sozialversicherungen umwandeln. Darüber hinaus erhalten Vollzeitbeschäftigte aufgrund des Tarifvertrages mit dem Chemie-Modell jedes Jahr über 600?Euro für den Aufbau Ihrer Altersvorsorge sowie weitere Chemie-Förderungen, wenn sie zusätzliche Vergütungsbestandteile umwandeln oder wenn in der Demografie- und/oder Zukunftsbetrag für die betriebliche Altersvorsorge verwendet wird. Teilzeitbeschäftigte erhalten anteilige Beträge. 

 


4. Kein Verwertungszwang in der Arbeitslosigkeit 

Falls Sie einmal arbeitslos werden, bleibt ihre betriebliche Altersversorgung bestehen: Bei einem Antrag auf Arbeitslosengeld II (sogenanntes Hartz IV) führt eine Anwartschaft in der betrieblichen Altersversorgung weder zu einer Verminderung Ihrer Sozialansprüche noch müssen die Gelder in der Ansparphase verwertet werden.