Praxis im Betrieb
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Daten und Fakten

Dörken AG

Internet:
www.doerken.de

Unternehmensflyer:
Bündnis für Familie

Bericht über das Beratungsprojekt:
Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Familienfreundliche Personalpolitik

Dörken - Profitieren durch enge Verzahnung im lokalen Umfeld

Granulat - Foto: Cintula

Auch mittelständische Betriebe profitieren davon, wenn die Beschäftigten Familie und Beruf gut miteinander in Einklang bringen können. Ein Beispiel aus Herdecke (Nordrhein-Westfalen) zeigt, wie sich dies im Zusammenspiel von Unternehmen, Betriebsrat und Stadt praktisch verwirklichen lässt.

 

»Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist ein wichtiger Standortfaktor, mit dem sich gezielt qualifizierte Frauen und Männer ansprechen lassen«, zieht Andreas Haase, Betriebsratsvorsitzender von Dörken, ein Resümee der Arbeit der vergangenen Jahre. Betriebsrat und IG BCE haben da, gemeinsam mit dem Unternehmen, ihre „Schularbeiten" gemacht. Haase: „Wir haben als Vollkontibetrieb sehr flexible Arbeitszeitsysteme, die von den Beschäftigten auch gezielt genutzt werden, um Arbeit und private Bedürfnisse unter einen Hut zu bringen.“ Bislang werde dies allerdings vorwiegend von den weiblichen Beschäftigten genutzt. Wichtig für den Betriebsratsvorsitzenden ist, „dass die Unternehmensleitung das Thema positiv unterstützt.“

 

Wie das Unternehmen das "Bündnis für Familie" sieht, erläutert Firmeninhaberin Ute Herminghaus-Böcking: „Viele von uns haben Familie, Verwandte oder auch Freunde, um die wir uns kümmern. Und genau dann wird es zum Thema für ein Unternehmen. Wenn wir uns um unsere Kinder kümmern wollen, wenn unsere vielleicht pflegebedürftigen Eltern oder andere Nahestehende unsere Hilfe brauchen - wie passen dann Arbeitsalltag und Familienaufgaben zusammen? Wie können wir das zeitlich organisieren?“ Denn als Unternehmen habe man einerseits Kontakt zu vielen Geschäftspartnern, Kunden und Lieferanten, gleichzeitig sei man auch innerhalb des Unternehmens voneinander abhängig. Damit müsse die Arbeit nach diesen Anforderungen ausgerichtet werden, so Herminghaus-Böcking: „Wie leicht können da die Anforderungen aus dem Arbeitsalltag und aus den Familienaufgaben im Konflikt zueinander stehen. Im Rahmen des "Bündnis für Familie" wollen wir an Lösungen arbeiten.“

 

Über diesen firmeninternen Aspekt hinaus, setzen Unternehmen und Betriebsrat aber auch auf die Zusammenarbeit im lokalen Rahmen. Die Dörken AG ist ein in Herdecke fest verwurzeltes Familienunternehmen, das 1892 als kleine Lackfabrik gegründet wurde. „Dörken versteht sich als heimisches Traditionsunternehmen und ist deshalb auch im sozialen und kulturellen Leben der Stadt aktiv“, so Haase. Deshalb sei das Engagement im lokalen „Bündnis für Familie“ selbstverständlich und bringe auch den Beschäftigten praktischen Nutzen.


 
Haase: „Unsere Kolleginnen und Kollegen haben zum Beispiel bei Brückentagen oder während der Ferien des öfteren Probleme, ihre Kinderbetreuung zu organisieren. Hier sind wir aktiv geworden. Wir haben uns etwa für den Sommer an Ferienmaßnahmen der Kommune beteiligt, diese zeitlich ausgedehnt und zugleich unterstützt.“ Damit konnte vor allem die Ganztagsbetreuung schulpflichtiger Kinder während der Ferien verbessert werden. Zum Nutzen von Mitarbeitern und Unternehmen.


 
Entscheidend für gut funktionierende „Vereinbarkeitsmodelle“ ist der „passgenaue Zuschnitt“ auf die individuelle Situation. Die Bedürfnisse der Beschäftigten und die Erfordernisse und Möglichkeiten des Unternehmens müssten möglichst gut miteinander austariert werden, so Andreas Haase. Deshalb wurde bei Dörken in Absprache mit dem Vorstand etwa eine Befragungsaktion gestartet. „Durch Vermittlung der IG BCE haben wir dafür Beratungsleistungen aus dem DGB Projekt »Zwischen Beruf und Familie passt kein oder« erhalten.


 
Das Ergebnis spiegelt sich in den erweiterten Ferienmaßnahmen und einer intensiveren Information der Beschäftigten wider. Außerdem, so Haase, „sind wir gemeinsam mit dem lokalen Bündnis für Familie das Thema der starren Öffnungszeiten der kommunalen Kinderbetreuungseinrichtungen angegangen.“ Auch Firmenchefin Herminghaus-Böcking fordert zum Engagement auf: „Jeder ist herzlich eingeladen - ganz besonders auch die Väter, Söhne und Freunde, mit uns für mehr Familienfreundlichkeit bei uns und in Herdecke zu sorgen.“

Das Unternehmen

Die Ewald Dörken AG mit Sitz im westfälischen Herdecke ist ein mittelständisches Familienunternehmen mit einer über 115-jährigen Tradition. Mit 700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern erwirtschaftet der Hersteller von Bauverbundfolien, Bautenfarben und Beschichtungssystemen für den industriellen Einsatz jährlich einen Gesamtumsatz in Höhe von rund 230 Millionen Euro.

 

Unter dem Dach der Ewald Dörken AG werden vier eigenständige Tochterunternehmen zusammengefasst. Die Dörken GmbH & Co. KG produziert Grundmauerschutz-, Dränage- und Abdichtungssysteme, Steildachbahnen, Abdeck- und Gerüstplanen sowie Garten- und Teichfolien. Die Dörken MKS-Systeme GmbH & Co. KG stellt hochleistungsfähige Mikroschicht-Korrosionsschutz-Systeme - vorwiegend für den Einsatz in der Automobilindustrie – und Speziallacke für die Elektrotauchlackierung her. Die CD-Color GmbH & Co. KG bedient den Farbengroßhandel mit Baufarben und die PROTEC® Systempasten GmbH entwickelt intelligente Töntechnologien für dezentrale Mischanlagen und Werkstönungen.

 

Die Ewald Dörken AG und ihre Tochterunternehmen sind europa- und weltweit aktiv.