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InfraLeuna GmbH

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Familienfreundliche Personalpolitik

InfraLeuna - Die Familie ist Trumpf

Chemiepark Leuna - Foto: Uwe Schimunek
Elke Raue im Beratungstermin - Foto: Uwe Schimunek
Auszeichnungsveranstaltung in Berlin: Ingelore Kapust nimmt die Auszeichnung von Familienministerin Kristina Schröder und Staatssekretär Peter Hintze entgegen. - Foto: InfraLeuna

Es sind nur wenige Schritte vom Eingang des Bürocenters am Chemiestandort Leuna bis zum Büro von Elke Raue. In den letzten vier Jahren ist die junge Frau zur guten Seele des Standorts für die gut 9000 Standort-Mitarbeiter geworden. Welche Behördengänge sind nach der Geburt des Kindes zu erledigen, wo findet man einen passenden Krippenplatz, wo ist ein vertrauliches Gespräch in Sachen Suchtprobleme möglich? Nach zögerlichem Beginn kann sie sich heute über mangelnde Anfragen nicht beschweren.

 

Vertraulichkeit ist oberstes Gebot

Die Leiterin des Büros der Initiative „Familienfreundlicher Chemiestandort Leuna“ hat ein dichtes Netzwerk von Kontakten aufgebaut. Mehr als 70 Vereine, Verbände und Ämter umliegender Kommunen sind mit im Service-Boot. „Das Netzwerk reicht von Wohnungsbau-Gesellschaften bis zu sozialen Vereinen, von Leuna bis nach Halle und Leipzig“, berichtet sie. Mit ein, zwei Anrufen kann sie zu jeder Anfrage kostenlos die passenden Kontakte vermitteln.

 

Elke Raue gibt Tipps, organisiert Vorträge, zeigt Alternativen auf. Vielen hilft sie so in Sachen Nachwuchs oder Gesundheit. Andere suchen nach einer größeren Wohnung in Werknähe, nach Unterstützung in Behörden-Angelegenheiten oder nach einer Chemie-Lehrstelle für den Filius. „Wir bekommen auch viele Fragen zur Pflege von Angehörigen“, so Raue. Vertraulichkeit ist bei allem natürlich oberstes Gebot.

 

Zertifikat „familienfreundliches Unternehmen“

Für dieses Engagement und weitere familienpolitische Maßnahmen gab es jetzt eine große Auszeichnung: Am 11. Juni 2010 erhielt die InfraLeuna-Gruppe von der Bundesfamilienministerin Kristina Schröder das Zertifikat „familienfreundliches Unternehmen“. Die Auszeichnung belegt eindrucksvoll, dass die InfraLeuna-Gruppe bei ihren Anstrengungen zum Thema „Vereinbarkeit von Beruf und Familie“ sehr erfolgreich agiert.

 

Die InfraLeuna-Gruppe wurde damit bereits zum zweiten Mal für die Verbesserung der sozialen Rahmenbedingungen der Mitarbeiter als familienfreundliches Unternehmen ausgezeichnet. Sie erhält damit die Bestätigung des Zertifikats "audit berufundfamilie®" von 2007, das von der Hertie-Stiftung vergeben wird.

 

Familienfreundlichkeit ist Standort-Philosophie

Ingelore Kapust, Personalleiterin der InfraLeuna, nahm die Auszeichnung in Berlin entgegen. In der Re-Auditierung wurde jetzt überprüft, ob die guten Ideen und Absichten auch umgesetzt wurden. „Im Wettbewerb um die besten Köpfe bewährt sich unser Engagement“, sagt Kapust, „denn Familienfreundlichkeit ist Standort-Philosophie“.

 

Das Servicebüro als eine, wenn auch die nach außen sichtbarste Maßnahme, ist vor vier Jahren auf Initiative der InfraLeuna GmbH gemeinsam mit der TOTAL Raffinerie Mitteldeutschland GmbH gegründet worden. „Wenn Mitarbeiter frei sind von familiären Sorgen, dann sind sie motivierter und leistungsfähiger bei der Arbeit.“ Auch wenn es gelte, gute Kandidaten für Arbeits- und Ausbildungsplätze zu finden, werde das Soziale als Standortfaktor immer wichtiger.

 

Gesundheitsvorsorge-Programm wurde entwickelt

Genauso sieht das auch Joachim Nowak, der langjährige Betriebsratsvorsitzende der InfraLeuna: „Ab 2003, als der personelle Restrukturierungsprozess im Unternehmen abgeschlossen war, konnten wir uns endlich um Fragen wie Mitarbeiterbindung bzw. die weitere Verbesserung von Rahmenbedingungen für die Mitarbeiter kümmern.“ Erste Ideen, wie etwa  Betriebskindergärten, stellten sich als uneffektiv heraus. 

 

Bei der InfraLeuna selbst entwickelten sich aus diesem Prozess des gemeinsamen Nachdenkens von Betriebsrat und Geschäftsführung über mehr Familienfreundlichkeit eine ganze Reihe von Maßnahmen: So konnte in den Betriebsteilen, in denen es die internen Abläufe gestatten, Vertrauensarbeitszeit eingeführt werden. Ein Gesundheitsvorsorge-Programm wurde vereinbart, um  gesundheitsbewusstes Verhalten  der Mitarbeiter zu entwickeln und daraus Maßnahmen zur Verhaltens-und Verhältnisprävention anzubieten. 

 

„Der Komplex Familienfreundlichkeit ist mittlerweile im Unternehmensleitbild der InfraLeuna verankert, wird von der Geschäftsführung als Managementinstrument angesehen“, berichtet Nowak. Die nächsten Schritte seien nun in drei Kernhandlungsfeldern beschrieben:  „Die  weitere Qualifizierung  von  Führungskräften zum Thema, ein in beide Richtungen funktionierendes Kommunikations- und Informationssystem sowie die Umsetzung weiterer konkreter Maßnahmen“, so Nowak. „Zudem wollen wir die Vereinbarungen zur Familienfreundlichkeit in die Regelungen einbinden, die es auf  tarifvertraglicher Ebene schon gibt.“

Das Unternehmen

Als Eigentümer und Betreiber der Infrastruktureinrichtungen gestaltet die InfraLeuna GmbH den Chemiestandort Leuna zu einem attraktiven Standort für die chemische Industrie. Ziel ist es, für die ansässigen Unternehmen optimale Voraussetzungen für die Produktion zu schaffen.

 

Das Leistungsspektrum der InfraLeuna GmbH umfasst die Lieferung notwendiger Medien wie Energie und Wasser, die Entsorgung durch die Zentrale Abwasseraufbereitungsanlage sowie analytische Leistungen in einem modernen Labor. Bereitgestellt werden zudem  Servicebereiche wie Sicherheitsdienst einschließlich Feuerwehr, Werksärztlicher Dienst und Logistik.

 

Darüber hinaus ist die InfraLeuna GmbH nicht nur Serviceanbieter, sondern auch Standortentwickler. Modernes Standortmanagement, Marketing und Begleitung bei der Ansiedlung, unter anderem bei der Beantragung von Fördermitteln, gehören zum Angebot.