Praxis im Betrieb
Ansicht   
Tesa Hamburg - Beispiel 1

Die Vaterrolle hat Priorität

tesa in der Automobil-Herstellung<br>Foto: tesa

Jens Rupprecht ist Leiter der Abteilung Controlling/Industrial Engineering im Hamburger tesa-Werk. Aber der 36-jährige Betriebswirt ist seit Anfang 2008 auch stolzer Vater einer Tochter. Und dies hat für ihn mindestens eben so viel Gewicht wie sein Beruf. Deshalb nutzen seine Frau und er die Möglichkeiten der Elternzeit aus Überzeugung.


 
 "Wir teilen die Elternzeit unter uns gleichberechtigt auf", so Rupprecht: "Zuerst ist meine Frau in Elternzeit gegangen, dann waren wir einen Monat gemeinsam zu Hause und im Anschluss bin ich für sechs Monate in Elternzeit." Für die junge Familie sei dies eine wichtige Erfahrung und für die Entwicklung ihrer Tochter unerlässlich, meint der Controller.


 
Und, keine Frage, auch das Unternehmen profitiert aus seiner Sicht davon. "Man gewinnt Abstand von dem alltäglichen Kleinkram. Wenn man dann nach geraumer Zeit von außen auf die Arbeit im Unternehmen und auf die Abläufe schaut, ist es ein völlig anderer Blickwinkel. Daraus lassen sich neue Erkenntnisse ziehen."

 

Jens Rupprecht ist sich überdies sicher, dass seine Mitarbeiter auch ohne ihn gut klarkommen. "Das ist Teil einer kooperativen Teamarbeit, dass einer auch über einen längeren Zeitraum nicht dabei ist." Ihm ist wichtig, dass seine Entscheidung, der Familie zeitweilig den Vorrang einzuräumen, von allen gestützt wird. "Wir sind alle sehr familienbewusst."


 
Gleichwohl bleibt Jens Rupprecht während seiner Elternzeit nicht komplett "draußen vor". Einmal pro Woche wird er an seinen Schreibtisch zurückkehren. "Nur so kann ich bei wichtigen Projekten up-to-date bleiben." Außerdem, da ist er dann doch ganz Teamleiter, "kann ich dann auch meine Mitarbeiter besser steuern."

 

Weiterlesen: Michael Rosbander: "Mit einem Bein im Betrieb bleiben"