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Berufsbildung

Erklärungen und Empfehlungen des Berufsbildungsrates

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Die vom Berufsbildungsrat verabschiedeten Erklärungen und Empfehlungen sind nachstehend zusammenfassend dargestellt.


Förderung von Behinderten

In seiner ersten Zusammenkunft im Jahre 1987 hat sich der Berufsbildungsrat besonders mit der Förderung von Behinderten in der chemischen Industrie befasst. Er hat dazu eine Erklärung verabschiedet. In ihr wird zum Ausdruck gebracht, daß Sonderausbildungsgänge für körperlich behinderte Jugendliche nicht für ein geeignetes Förderungsinstrument gehalten werden. Vielmehr sei es angemessen und erfolgversprechender, solche Jugendliche mit der notwendigen Unterstützung zu einem "normalen" Ausbildungsabschluss zu führen.


Berufsschulen im dualen System

Zur Rolle der Berufsschulen im dualen System hat der Berufsbildungsrat im Jahre 1990 eine Erklärung verabschiedet mit dem Titel "Berufsschulen müssen ihre Aufgaben im dualen System besser erfüllen". Hintergrund der Erklärung sind die Erfahrungen mit der Umsetzung der Neuordnung der Berufe und eine zunehmende Sorge um die Funktionsfähigkeit des dualen Systems. Kritisiert werden unter anderem der Lehrermangel und eine unzureichende Ausstattung der Berufsschulen. Es werden aber auch Anregungen z. B. zur Förderung von Fremdsprachenkenntnissen gegeben.


Neue Werker-Pläne

Im Jahr 1991 hat der Berufsbildungsrat Musterpläne für die betriebliche Ausbildung von Chemie-Betriebswerkern und Chemie-Laborwerkern verabschiedet. Vorangegangen waren umfangreiche Beratungen. Die von 1938 stammenden und seitdem unverändert gebliebenen Berufsbilder dieser anerkannten Ausbildungsberufe mit zweijähriger Ausbildungsdauer wurden dadurch erstmals aktualisiert. Die Musterpläne wurden vom Berufsbildungsrat akzeptiert und den Betrieben zur Anwendung empfohlen. Bei diesen neuen Plänen handelt es sich also nicht um offizielle Ausbildungsordnungen bzw. Ausbildungsrahmenpläne, sondern um Sozialpartner-Empfehlungen für die zeitgemäße Ausbildungspraxis.


Zeitgemäße Ausbildung von Industriekaufleuten

Im November 1992 hat der Berufsbildungsrat eine Empfehlung zum Ausbildungsberuf Industriekaufmann/Industriekauffrau verabschiedet. Durch sie soll die geltende Ausbildungsordnung (von 1978) aktualisiert und dadurch eine qualitativ hochwertige Ausbildung in diesem wichtigen Ausbildungsberuf sichergestellt werden. Mit der Berücksichtigung der Empfehlung durch die Ausbildungsbetriebe könnten die von den Sozialpartnern für zweckmäßig gehaltenen Ergänzungen und Erklärungen zum geltenden Ausbildungsrahmenplan in die Ausbildungspraxis einbezogen werden.

Es wurde in diesem Zusammenhang verabredet, die Erfahrungen mit den Empfehlungen nach Abschluss des Ausbildungsjahrgangs erneut unter sachlich-fachlichen Gesichtspunkten zu prüfen und festzustellen, ob Handlungsbedarf zur Neuordnung besteht und wie gegebenenfalls Erfahrungen mit den Empfehlungen in eine Neuordnungsarbeit einbe¬zogen werden können.


Positionspapier zur betrieblichen Weiterbildung

Der Berufsbildungsrat hatte sich von Anfang an die Aufgabe gestellt, eine Standortbeschreibung zur Weiterbildung in der chemischen Industrie vorzunehmen. Im Zusammenhang mit Überlegungen zur Errichtung einer Weiterbildungs-Stiftung wurde dieses Vorhaben 1992 realisiert. In dem Papier wird u. a. zur Bedeutung der Weiterbildung, zu ihren Perspektiven, Inhalten, Zielgruppen und zu ihrer Durchführung Stellung bezogen.