Vereinbarungen
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Standortsicherung und Beschäftigungsförderung

Gemeinsame Erklärung von BAVC und IG BCE zur Nutzung der Flexibilisierungsinstrumente

Marcus Scholz - Fotolia.com

In ihrer gemeinsamen Verantwortung für

  • den Chemiestandort Deutschland
  • die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit und
  • die nachhaltige Sicherung der Beschäftigung in einer erweiterten Europäischen Union

bekräftigen der Bundesarbeitgeberverband Chemie und die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie ihr Bekenntnis zum modernisierten Flächentarifvertrag.

 

Der Manteltarifvertrag erlaubt unter anderem

  • mit dem Arbeitszeitkorridor Wochenarbeitszeiten zwischen 35 und 40 Stunden für ganze Betriebe und Betriebsteile,
  • differenzierte Arbeitszeiten für Arbeitnehmergruppen,
  • unterschiedliche Verteilung der Arbeitszeit über einen Zeitraum von bis zu 36 Monaten für Projektarbeiten und
  • den Aufbau von Langzeitkonten zur Bildung von Wertguthaben für Qualifizierung, vorzeitigen Ruhestand oder zusätzliche Altersvorsorge.

Die tariflichen Entgeltbedingungen können

  • aus Wettbewerbsgründen und zur Sicherung von Standort und Beschäftigung im Rahmen des Entgeltkorridors bis zu 10 % abgesenkt werden; wenn es die wirtschaftliche Situation erlaubt, erwarten die Tarifvertragsparteien von den Arbeitgebern, dass sie die Beschäftigten am Unternehmenserfolg beteiligen.
  • über die Tarifkonkurrenzklausel in firmenbezogenen Verbandstarifverträgen an das Niveau konkurrierender Tarifverträge angepasst werden und
  • mit dem Optionsmodell bei der Jahresleistung erfolgsabhängig zwischen 80 und 125 % eines tariflichen Monatseinkommens gestaltet werden.

Die zahlreichen tariflichen Flexibilisierungsinstrumente haben bisher bereits in einer Vielzahl von Fällen zum Erhalt von Standorten und zur Beschäftigungssicherung beigetragen. BAVC und IG BCE garantieren den tarifgebundenen Unternehmen der chemischen Industrie die verantwortungsvolle Nutzung dieser tariflichen Instrumente und werden sie auch weiterhin bei der Durchsetzung und Anwendung unterstützen.

 


Wiesbaden/Hannover, den 2. Juni 2004

 

(Für den Bereich Nordostchemie e.V. ist eine weitgehend inhaltsgleiche Erklärung abgeschlossen worden. Sie weist allerdings nicht auf den Arbeitszeitkorridor hin, weil in Ostdeutschland die 40-Stunden-Woche gilt. Ferner liegt beim Optionsmodell einer erfolgsabhängigen Jahresleistung die Bandbreite zwischen 50 und 95 %. Außerdem enthält die Erklärung einen Hinweis auf die Öffnungsklausel im Rahmen des Anpassungstarifvertrages Nordost.)