Vereinbarungen
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Weiterbildung und Schulung

Stiftung zur Förderung der Weiterbildung in der chemischen Industrie

Kurt Duchatschek - Fotolia.com

Rahmenvereinbarung des Bundesarbeitgeberverbandes Chemie e. V., Wiesbaden und der Industriegewerkschaft Chemie-Papier-Keramik, Hauptvorstand, Hannover, zur Errichtung einer Stiftung zur Förderung der Weiterbildung in der chemischen Industrie.


Präambel

 

In der Erkenntnis,

  • dass wegen der schnellen Entwicklung auf technisch-naturwissenschaftlichem Gebiet, aber auch im Bereich von Wirtschaft und Gesellschaft, berufsbezogene Weiterbildung einen zusätzlichen Stellenwert erhalten hat,
  • dass die für die chemische Industrie typische Verknüpfung von Chemie und Technik ein interdisziplinäres Denken zahlreicher Arbeitnehmer und deren Verfügung über Grundkenntnisse verschiedener Fachgebiete notwendig macht,
  • dass das Bekenntnis der chemischen Industrie zur optimalen Arbeitssicherheit und zu einem wirksamen Umweltschutz ein hohes Maß an Qualifikation und Verantwortung der Arbeitnehmer verlangt,
  • dass die zunehmenden Anforderungen an Teamarbeit, Kommunikation, Selbständigkeit und Führungsfähigkeit durch Weiterbildung gefördert werden sollten,
  • dass Weiterbildung die Leistungsfähigkeit der Arbeitnehmer erhalten und verbessern kann,
  • dass Weiterbildung bessere berufliche Perspektiven für die Arbeitnehmer eröffnet und dass die Bedeutung der traditionell in der chemischen Industrie aktiv betriebenen Weiterbildung deshalb künftig noch zunehmen wird,

vereinbaren der Bundesarbeitgeberverband Chemie und die Industriegewerkschaft Chemie-Papier-Keramik die Errichtung einer gemeinsamen Einrichtung mit dem Ziel, die Weiterbildung in der chemischen Industrie zu fördern.


1. Errichtung einer gemeinsamen Einrichtung in Form einer Stiftung

Die Partner dieser Vereinbarung errichten eine gemeinsame Einrichtung zur Förderung der berufsbezogenen Weiterbildung in der chemischen Industrie in der Rechtsform einer Stiftung. Diese Stiftung wird ihren Sitz in Wiesbaden haben.*)


2. Aufgaben und Zielsetzung

a) Der satzungsgemäße Zweck der Stiftung ist die Förderung der berufsbezogenen Weiterbildung in der chemischen Industrie. Ihre in der Satzung festzulegenden Aufgaben sind: Analyse genereller Weiterbildungserfordernisse

  • Entwicklung von Weiterbildungskonzepten und -programmen
  • Erstellung von Unterrichtsmaterialien (z. B. Folien, Pläne, Texte), die Veranstaltungsträgern zur Verfügung gestellt werden
  • Vermittlung von Lehrkräften und Seminarleitern
  • Entwicklung von planmäßigen beruflichen Fortbildungsmodellen
  • Beratung der Unternehmen und Betriebsräte, Veröffentlichung von Publikationen, Durchführung von Tagungen.

b) Die Zuständigkeit der Betriebe und demgemäß auch der Betriebsparteien für die Weiterbildung der Arbeitnehmer bleiben unberührt. Aufgabe der Stiftung ist es, ihre Arbeitsergebnisse den Betrieben zur Verfügung zu stellen und diese dadurch bei der Ausgestaltung ihrer Weiterbildungsmaßnahmen zu unterstützen.

*) Die Stiftung wurde am 7. Juni 1993 errichtet.

c) Die Aufgabenstellung der Stiftung umfasst alle Gruppen von Arbeitnehmern.

d) Die Sozialpartner werden sich dafür einsetzen, dass von den Ergebnissen der Stiftungsarbeit praktischer Gebrauch gemacht wird.


3. Finanzierung

Der Bundesarbeitgeberverband Chemie und die IG Chemie-Papier-Keramik bringen ein Stiftungsvermögen in Höhe von je 4 Mio. DM, insgesamt also von 8 Mio. DM auf, dessen Erträge für die Erfüllung der Aufgaben der Stiftung zur Verfügung stehen. Das Vermögen wird in zwei Stufen von jedem der beiden Stifter in Höhe von 2,5 Mio. DM bis zum 1. Mai 1993 und in Höhe von 1,5 Mio. DM bis zum 1. Mai 1994 aufgebracht.

 

Das Stiftungsvermögen soll ungeschmälert erhalten bleiben. Die Stiftung soll berechtigt sein, öffentliche Fördermittel in Anspruch zu nehmen und Einnahmen, zum Beispiel im Zusammenhang mit Veröffentlichungen, zu erzielen.


4. Vorstand, Geschäftsführung, Arbeitskreise

Als Organ der Stiftung wird ein Vorstand gebildet. Dieser setzt sich paritätisch aus je drei Personen, insgesamt also aus sechs Personen zusammen. Benennungsrechte für die alternierenden Vorsitzenden und die zwei weiteren Mitglieder des Vorstandes jeder Seite haben der Bundesarbeitgeberverband Chemie und die IG Chemie-Papier-Keramik. Der Vorsitz wechselt kalenderjährlich.

 

Der Vorstand bestellt einen fachlich zuständigen Geschäftsführer sowie einen Geschäftsführer für die Verwaltung. Das Amt des Verwaltungsgeschäftsführers soll der Verwaltungsgeschäftsführer des Unterstützungsvereins der chemischen Industrie (UCI) mit wahrnehmen. Die Geschäftsstellen der Stiftung und des UCI werden miteinander verbunden. Einzelheiten zum Geschäftsbetrieb werden durch den Vorstand geregelt.

 

Zur fachlichen Beratung der Stiftung wird ein Beirat gebildet, der sich aus je acht Personen zusammensetzt, die einschließlich der alternierenden Vorsitzenden ebenfalls von den beiden Stiftern benannt werden. Für den Beirat können auch externe, den Stiftern nicht zugehörige Personen benannt werden. Kosten, die durch die Mitwirkung im Beirat entstehen, werden durch die Stiftung nicht erstattet. Einzelheiten zur Tätigkeit des Beirates bestimmt der Vorstand.

 

Im Rahmen der Tätigkeit der Stiftung können Arbeitskreise und Arbeitsgruppen eingesetzt werden, die Vorarbeiten zur Erfüllung der Aufgaben der Stiftung leisten. Näheres wird durch den Vorstand geregelt.


5. Satzung

Die beiden Stifter verständigen sich über die Satzung. In ihr soll unter anderem die Gemeinnützigkeit der Stiftung zum Ausdruck gebracht werden. Zum Stiftungsvermögen soll bestimmt werden, dass dieses in Höhe der von den Stiftern eingezahlten Anteile bei Auflösung der Stiftung an die Stifter zurückfällt.


21. Januar 1993