Wittenberg-Prozess
Ansicht   
These Workshop II:

Nachhaltigkeit

Verantwortliches Handeln: Nachhaltigkeit braucht eine vernünftige Balance von Ökonomie, Ökologie und Sozialem

Das Thesenpapier

Wittenberg-Prozess

Workshop II - Nachhaltigkeit

Foto: istockphoto.com / Thomas Vogel

Verantwortlich Handeln: Nachhaltigkeit braucht eine vernünftige Balance von Ökonomie, Ökologie und Sozialem - mit diesem Themenkomplex beschäftigten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des zweiten Workshops im Rahmen des Wittenberg-Prozesses der Chemie-Sozialpartner am 6. und 7. Dezember 2007. Im folgenden die These, Leitlinien und Erläuterungen:


These

Verantwortlich Handeln: Nachhaltigkeit braucht eine vernünftige Balance von Ökonomie, Ökologie und Sozialem

 

Leitlinien

Die chemische Industrie hat sich weltweit das Ziel gesetzt, den Schutz von Gesundheit und Umwelt sowie die Sicherheit von Mitarbeitern, Anwendern und Nachbarschaft ständig zu verbessern. Die Initiative Responsible Care ist ein gemeinsamer Wertmaßstab für die beteiligten Unternehmen, ihre Mitarbeiter und die Gesellschaft. Die Initiative stärkt nachhaltig die Zusammenarbeit zwischen Gesellschaft und Branche sowie von Unternehmen und Beschäftigten. Die Chemie-Sozialpartner wollen die Initiative Responsible Care ausbauen. Es ist unser gemeinsames Interesse, die Initiative im Dialog mit allen Betroffenen und mit konkreten Maßnahmen und Projekten weiter voranzutreiben. Dadurch wollen wir auch künftig unsere Verantwortung wahrnehmen und so die Zukunftsfähigkeit der chemischen Industrie im globalen Wettbewerb für Unternehmen und Beschäftigte sichern.

 

Erläuterung

Responsible Care bedeutet für Unternehmen und Beschäftigte in der chemischen Industrie, verantwortlich zu handeln. Die Branche macht dies seit vielen Jahren über eine weltweite Initiative deutlich. Ziel der Initiative Responsible Care ist die freiwillige Verpflichtung, mehr als vorgeschrieben zu tun: Nachhaltigkeit fördern, Produktverantwortung zeigen, mehr Sicherheit für Betriebe und Beschäftigte, Anwender und Nachbarschaft schaffen, den Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz und den Umweltschutz verbessern.

 

Im Mittelpunkt der Initiative stehen die Entwicklung und konsequente Umsetzung von Konzepten und Maßnahmen, die auf erkennbare Verbesserungen für Mensch und Umwelt abzielen. Responsible Care ist keine Imagekampagne, sondern ein kontinuierlicher, dialog- und ergebnisorientierter Suchprozess für neue Lösungen. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, entwickelt die chemische Industrie verbindliche Handlungsstandards, wendet diese konsequent an und berichtet offen über die erzielten Fortschritte. Sie sucht aktiv den Dialog mit allen Stakeholdern in der Gesellschaft und bezieht diese in die Problemerkennung und Lösungsfindung ein. Konkrete Projekte sind hierbei ein wesentliches Werkzeug für die Umsetzung.

 

Die Initiative Responsible Care ist ein Vermögenswert, weil sie die Zusammenarbeit zwischen Gesellschaft und Branche – Unternehmen und Beschäftigten – nachhaltig verbessert. Mit Handlungsstandards und konkreten Ergebnissen liefert Responsible Care verlässliche Orientierungspunkte, die das Vertrauen in die Branche und damit die Kooperationsbereitschaft maßgeblich erhöhen. Anders formuliert: Das dauerhafte Engagement zahlt sich aus – für alle Beteiligten:

 

Für die Unternehmen ist die Initiative ein Vermögenswert, weil sie mit ihrer freiwilligen Bindung die eigenen Handlungsspielräume aktiv mitgestalten und ihre gesellschaftliche Verantwortung glaubwürdig unter Beweis stellen können. Indem sie selbstständig Problemlösungen anbieten, unterstützen sie den Prozess der Regelfindung konstruktiv und entlasten so Politik und Verwaltung. Gleichzeitig steigern viele Maßnahmen den unternehmerischen Erfolg, weil sie zu erhöhter Produktivität führen, Ressourcen schonen und sich positiv auf die Unternehmenskultur auswirken.

 

Für die Beschäftigten ist die Initiative ein Vermögenswert, weil durch sie Arbeitsbedingungen und Qualifizierung permanent überprüft und verbessert werden können. Höhere Standards sorgen für eine höhere Zufriedenheit im und eine höhere Identifikation mit dem Unternehmen. Zugleich liefert Responsible Care eine Grundlage, um den Dialog zwischen den Beschäftigten, ihren Arbeitnehmervertretern und dem Management zu intensivieren.

 

Für die Gesellschaft insgesamt ist die Initiative ein Vermögenswert, weil sie einen fairen Ausgleich der unterschiedlichen Interessen fördert. Die Eingrenzung von negativen Auswirkungen auf Mensch und Umwelt schafft Vertrauen, fördert ein innovationsfreundliches Klima und ist ein wesentlicher Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung. Damit setzt Responsible Care einen Standard, der beispielgebend ist.

 

Um den Vermögenswert zu erhalten, bedarf die Initiative Responsible Care auch weiterhin der kontinuierlichen und intensiven Pflege. Im global-gesellschaftlichen Wandel verändern sich Ansprüche und Bedingungen für Branchen und Unternehmen, und dies mit zunehmender Geschwindigkeit. Responsible Care war und ist vor diesem Hintergrund als Lernprozess zu verstehen, um diesen Veränderungen Rechnung zu tragen – und zwar aktiv, und nicht reaktiv.

 

Wir, die Sozialpartner der Chemiebranche, wollen den gemeinsam erwirtschafteten Vermögenswert Responsible Care erhalten und ausbauen. Es ist unser gemeinsames Interesse, die Initiative im Dialog mit allen Betroffenen und mit konkreten Maßnahmen und Projekten weiter voranzutreiben. Dadurch wollen wir auch künftig den Ansprüchen der Gesellschaft gerecht werden, unsere Glaubwürdigkeit unter Beweis stellen und so die Zukunftsfähigkeit der chemischen Industrie im globalen Wettbewerb für Unternehmen und Arbeitnehmer sichern.